WK II - vom Generalstabsoffizier zur III KG 76

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zog es ihn sofort wieder zu seinem alten Beruf als Soldat zurück. Mit Wirkung vom 1 August 1934 trat er in die neue Deutsche Luftwaffe ein und machte dort zunächst eine Ausbildung zum Flugzeugführer, die mit dem Erhalt des A- Scheines im Jahre 1936 endete. Ab dem 1 November 1935 folgte eine Ausbildung zum Generalstabsoffizier an der Luftkriegsakademie in Berlin - Gatow, diese dauerte bis zum 31 Juni 1936.

Nach einem missglückten Kurierflug einer Me 108, die unter seinem Kommando stand, musste er Anfang 1940 den Posten als Chef des IV Fliegerkorps verlassen und bekam ein Frontkommando ‘ zur Bewährung ‘, wie es damals hiess..... In seiner Dienstlaufbahn - Akte ist vermerkt : 6.6.40 Kdr I/KG76 sowie 19.7.40 Kdr III/KG 76 ....... d. h. also, das er lediglich 10 Tage Kommandeur der III / KG 76 war bis er am 29.07.40 infolge eines Feindfluges ums Leben kam !

Warum er seinen Posten als Generalstabsoffizier aufgeben musste und an die Front geschickt wurde ist eine Geschichte für sich, auf die hier näher eingegangen werden soll .....

 Am 10 Januar 1940 hob eine kleine Messerschmitt Me 108 vom Flugplatz Münster - Loddenheide ab um nach Köln zu fliegen. An Bord zwei Deutsche Offiziere mit äusserst brisanten Dokumenten, den geheimen Angriffsplänen für den geplanten Westfeldzug !

Die beiden Besatzungsmitglieder verloren bei schlechtem Wetter die Orientierung und mussten schliesslich wegen Spritmangel notlanden, in der Nähe eines kleinen Belgischen Ortes mit Namen Vucht ! Sie wussten zunächst einmal nicht, das sie soweit vom Kurs abgekommen waren, merkten aber bald was geschehen war und wollten die Dokumente vernichten - leider ohne Erfolg ! Eine nähere Beschreibung des Geschehens liefert dieser Link in Englischer Sprache : Me 108 crash bei Vucht 1940

Es war u. a. mein Grossvater, der für diese Panne verantwortlich gemacht wurde, für die er direkt natürlich absolut nichts konnte. Er war aber damals Chef des Stabes des IV Flieger Korps und daher - als Vorgesetzter der beiden Offiziere mit verantwortlich für deren missglückten Flug .

Als Sühnemassnahme wurde er an die Front geschickt und sollte sich dort bewähren ..... es muss schon ein merkwürdiges Gefühl für ihn gewesen sein, nach 22 Jahren wieder mit einem Flugzeug gegen England zu fliegen , aber er fügte sich in sein Schicksal, wohl wissend das seine Chancen dies zu überleben nur sehr gering waren.

Nachfolgend einige der wenigen erhaltenen Fotos aus dieser Zeit. Beim KG 76 wurde im Juni / Juli 1940 die Dornier Do 17 z eingesetzt, ein Flugzeug, was nicht unbedingt mehr den Ansprüchen eines Aufklärers / Bombers jener Zeit im Westen gerecht wurde. Zu Anfang des Krieges war die Do 17 ein hervorragendes Kampfflugzeug, aber die Zeit verging schnell in jenen Jahren und der technische Fortschritt verlangte nach einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, ein Wettlauf der Systeme, wie er auch heute noch in der Waffentechnologie auf der Tagesordnung steht! Ich habe einmal einen Brief meines Grossvaters gelesen, in dem er sich über die mangelnde Motorleistung dieses Flugzeuges beklagte und das er hoffe, bald eine verbesserte Version zu erhalten. Ferner erwähnte er die notdürftig reparierten Einschüsse in seiner Maschine, die den Flugweg der Geschosse anzeigten, durch die sein Vorgänger getötet wurde , das es für ihn selbst auch bald soweit sein sollte, dürfte er zumindest geahnt haben ...

After the Nazis took over in 1933, A.G. immediately tried to get back to his former profession. He joined the new Luftwaffe August 1st 1934 and started a training to become pilot of this air force. This was successful and so he received the military pilot license called A - Schein in 1936. After that he studied at the Luftkriegsakademie in Berlin to later on join the Generalstab . In 1940 a little Me 108 carrying top secret documents made a forced landing at Belgium, he was found responsible for that and had to leave the Generalstab to be sent to the front and becoming commander of I KG 76 and later on III KG 76. Something more detailed about the bad luck of the Me 108 is to be found here : Me 108 crash near Vucht 1940

The few photos i own are to be seen next, KG 76 was equipped with Dornier Do 17 z aircraft, which had not really been the best choice for mid 1940. Too slow, too weak in defense, they were not really a match for Hurricane and Spitfires. He died 29th of July 1940 after only a very short time (June/July) serving as commander of this squadron.

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Do 17 z des KG 76 im Jahre 1940

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Noch mit den roten Generalstabs - Streifen an der Hose, Adolf Genth links vorne

Generalstab member Adolf Genth to the left.

Offenbar ein Besuch bei der fliegenden Truppe - A.G.in der hellen Kombi

Probably Cormeilles en Vexin, A.G. in the light dress.

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Adolf mit den anderen Besatzungsmitgliedern vor einer Do 17 z

(Cormeilles en Vexin Juni/Juli 1940)

Adolf with his crew members ion front of a Do 17 z

Auf dem Flugfeld in Cormeilles en Vexin

Walking on the aerodrome of Cormeilles en Vexin.

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Vermutlich seine Do 17 z in Cormeilles en Vexin 1940

Most probably his Do 17 z

Schliessen der Einstiegsluke bei der Do 17 z ‘ Delphin’

Closing the entrance of Do 17 z ‘ Dolphin’

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Im Cockpit einer Do 17z des KG 76 .....

Blick aus dem Waffenstand in Richtung hinten - unten.

The rear gunner downward position.

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Do 17 z im Fluge, KG 76 ? .....

Do 17 z airborne, KG 76 ? .....

Das Emblem deutet auf eine Do 17 z des Löwengeschwaders (KG 26)

The marking at the front part looks like a lion throwing a bomb at England, that’s why i believe this is an aircraft of the KG 26 the so called ‘lion squadron’.

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Do17z11k

Hier ein ebay Kauf .... 5K am Rumpf besagt, das diese Do 17z zum KG3 gehörte

A propaganda photo i bought at ebay, 5 K means, that this plane belonged to KG 3.

Notlandung einer Do 17 z des KG 76

Forced landing of a Do 17 from KG 76.

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AdolfGenth-1939-k

(Oben) Nochmal via ebay, Do 17 z wird mit Bomben beladen .....

(Above) again an ebay success, a Do 17 z was loaded with bombs ....

Adolf Genth Ende 1939 - er trägt sein Beobachter Abzeichen des Ersten Weltkrieges, sowie das EK 1 aus dieser Zeit hinzugekommen ist das kombinierte Beobachter/Flugzeugführerabzeichen der neuen Deutschen Luftwaffe.

Am 29.07.1940 wurde sein Leben durch den RAF Piloten Patrick Wood Scawen ausgelöscht, nachdem es dem Briten in seiner Hurricane gelungen war der Do 17 einige Treffer beizubringen, ein Schuss davon traf Adolf Genth in den Kopf - er verstarb später an der schweren Verwundung . Seine Do 17 kam noch zurück, aber die restliche Besatzung u. a. Ofw. Riebl (Pilot) kam nur wenige Wochen später ebenfalls bei einem Luftkampf mit Englischen Jagdfliegern ums Leben, da ihre Maschine von einer Englischen Spitfire gerammt wurde und abstürzte.

Adolf Genth in 1939 - he is still wearing his observers badge from WW1 and his Iron Cross first class. Additional to that, his new combined observer/pilot badge. 

29th of July 1940 he lost his life by a Hurricane flown by the RAF pilot Patrick Wood Scawen. He managed it to fire some rounds against my grandfathers Do 17 and one bullit hit A.G.’s skull.The plane made it back to France, but Adolf Genth died the same day due to the severly woundings he received. The rest of the crew (pilot was Ofw. Riebl ) died only a few weeks later when they were rammed by a Spitfire overhead England.

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Beerdigung von Adolf Genth in Naumburg 1940 - der Junge im hellen Anzug mit kurzer Hose ist sein jüngster Sohn Helmut, der seit dem 22 Januar 1945 bei Sieradz (Warthe) vermisst wird. Er war als gerade mal 18 jähriger Angehöriger der Einheit Stab Kp.Fallsch.Panzer Pionier Btl.1 “Hermann Göring” durch Treffer einer Panzerabwehrrakete getötet worden und ist bis heute ( November 2007) ein Suchfall.

Der Junge Mann zur Rechten meiner Grossmutter ist mein Vater Karl - Georg, von dem hier ebenfalls berichtet werden soll (siehe nächste Seite .....)

The funeral of my grandfather at Naumburg 1940 - the boy with the light dress is his youngest son Helmut (my uncle),which is MIA since the 22nd of January 1945 in the vicinity of Sieradz (Warthe - Poland). He was only 18 years old, and member of Stab Kp.Fallsch.Panzer Pionier Btl.1 “Hermann Göring”, when his armoured vehicle was hit by a Russian anti tank missile. Was he ever burried somewhere ? Up to today he is still missed in action.

The young man to the right of my grandmother is my father Karl-Georg, his story is to be next on this website.

Das Grab von Adolf Genth mit dem Familienwappen auf dem Friedhof in Naumburg

The grave of Adolf Genth with the family coat of arms on the graveyard at Naumburg.

Und hier folgt noch ein kurzer Auszug über die erhalten gebliebenen Orden und Ehrenzeichen, sowie Dokumente.

That’s what stayed up to today beside the rememberings and photos, his orders, badges and some more documents.

Beobacht_k

Ordensspangek

Diese Zeugnisse haben die Zeit überdauert (siehe sein Porträt drei Fotos vorher) , hier sein Beobachterabzeichen aus dem Ersten Weltkriege ......

His observers badge from WW1

Seine grosse Ordensspange mit dem EK 1 und dem Ritterkreuz der Hohenzollern mit Schwertern - der Orden rechts ist eine Kriegsteilnehmer Auszeichnung dieses Krieges.

The big ‘Ordensspange’ with Iron Cross first class and his ‘ Knights Cross of the Hohenzollern with swords’ - the order to the right is for the veterans of WW1.

spange_k

Flugbeob_k

Die kleine Ordensspange, die in Miniaturausgabe seine Orden nennt

The little ‘Ordensspange’, presenting his orders again in a smaller version.

Sein kombiniertes Abzeichen für Beobachter/Flugzeugführer des Zweiten Weltkrieges

The combined badge for observer and Pilots of WW2.

Hohenzolldok_k

Urkundek02

Original Verleihungsurkunde für das Ritterkreuz mit Schwertern des königlichen Hausordens von Hohenzollern (WK I).

Original document related to the ‘ Knights Cross of the Hohenzollern with swords ‘

Die Verleihungsurkunde für das o.g. kombinierte Flugzeugführer / Flugzeugbeobachter Abzeichen (WK II).

The offical document for the combined badge for observer and Pilots of WW2.

Meldungk

Der original Fragebogen über den ‘ tödlichen Flugzeugunfall ’ meines Grossvaters, über diese Variante lässt sich natürlich streiten, aber als Unfall kann man es denn wohl doch nicht bezeichnen .....

This paper was written about the deadly flight accident of Adolf Genth, i wouldn’t say it was an accident, but that was the official language in 1940 .....

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